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Geheimnis-Management

Der Schutz von Zugangsdaten, Anmeldeinformationen und anderen vertraulichen Daten in einer Organisation erfordert Ende-zu-Ende-Verschlüsselungswerkzeuge

Sicherheit beim Schutz vertraulicher Daten

Organisationen müssen verschiedene Zugangsdaten, Codes und Passwörter aufbewahren. Einerseits müssen sie deren maximalen Schutz gewährleisten, andererseits muss sichergestellt sein, dass ihre Verfügbarkeit nicht von einzelnen Mitarbeitenden abhängt und sie bei Bedarf zugänglich sind.

Beispiele für Betriebsgeheimnisse * Zugangsdaten für allgemeine Unternehmens-E-Mail-Konten wie `info@...`, `sales@...` usw. * Zugänge zur Verwaltung aller Dienste und Social-Media-Profile, z. B.: * Administrator des Facebook-Kontos * Zugriff auf das Google-Konto des Unternehmens * Verwaltung externer E-Mail-Server * Zugriff auf das Unternehmens-CMS zur Website-Pflege, LMS mit internen Schulungen etc. * Dedizierte Systemadministrator-Konten für SharePoint, AyMINE u. ä. * Zugänge und Zertifikate von Unternehmensservern

Notwendigkeit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Alle sensiblen Informationen im Unternehmen sollten durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt werden. Sensible Daten dürfen niemals ohne zusätzlichen Schutz auf Netzwerklaufwerken oder lokalen Festplatten der Mitarbeitenden abgelegt werden.
Weder Cloud-Dienste noch interne Systeme, die nicht von Haus aus über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verfügen, stellen einen sicheren Speicherort dar. Dazu gehören beispielsweise SharePoint, Teams, aber auch sämtliche DMS-Systeme. (Dienste bieten zwar oft gegen Aufpreis eine optionale Verschlüsselung an, diese ist jedoch kein Standardbestandteil.)

Was ist End-to-End-Verschlüsselung?

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) verschlüsselt Daten direkt auf Ihrem Gerät. Sie bleiben so lange verschlüsselt, bis sie das Endgerät des Empfängers erreichen, das über die Möglichkeit zur Entschlüsselung verfügt. Während der gesamten Übertragung zwischen den Endgeräten ist ein Zugriff auf die Daten unmöglich.

Unechte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Viele Dienste versprechen eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, jedoch schützt der zugrunde liegende Mechanismus die Daten in Wirklichkeit nicht durchgehend.
Beispiele für unechte Verschlüsselung:

  • Im Verschlüsselungsmechanismus existieren sogenannte „Hintertüren“ (Backdoors), sodass der Betreiber die Daten entschlüsseln kann. Es gibt immer wieder Verdachtsmomente, dass Meta dies ausnutzt.
  • Der Dienst wirbt mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, meint damit aber nur, dass die Übertragung zwischen Ihrem Gerät und dem Server verschlüsselt ist und die Daten anschließend auf dem Server verschlüsselt gespeichert werden. Dies entspricht dem Standard-Schutzkonzept der meisten Cloud-Speicher.
Risiken auf Netzwerklaufwerken

Risiken auf Netzwerklaufwerken oder in DMS ohne Verschlüsselung

Wenn Daten nur durch einfache Zugangsdaten geschützt sind, haben Sie keine Kontrolle darüber, wer tatsächlich Zugriff darauf hat. Zugriffsrechte können vorübergehend geändert werden, um Zugriff auf die Daten zu erlangen, und anschließend wieder in den ursprünglichen Zustand zurückgesetzt werden. Selbst wenn diese Änderung in den Systemprotokollen (Logs) erfasst wird, fällt sie ohne gezielte Überprüfung nicht auf. Berechtigungsänderungen kommen im Betriebsalltag ständig vor, sodass eine unberechtigte Änderung leicht untergeht. Und selbst wenn es jemandem auffällt, lässt sich dies leicht als Versehen deklarieren. Wie soll man das Gegenteil beweisen?
Netzwerk- und Systemadministratoren besitzen in Unternehmen weitreichende Rechte. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass sie Zugriff auf alle Dienste und Inhalte haben sollten. Zudem sind ihre Konten das Hauptziel externer Angriffe. Ein Systemadministrator-Konto sollte daher niemals Zugriff auf vertrauliche Daten haben, bei denen dies nicht zwingend erforderlich ist.
Netzwerklaufwerke können Ziel von Hackerangriffen werden. Wenn dort Zugangsdaten zu anderen Systemen gespeichert sind, können diese leicht missbraucht werden. Oftmals bleibt dabei völlig unbemerkt, dass die Daten bereits kompromittiert wurden.
Netzwerklaufwerke werden gesichert und archiviert. Archive stellen ein weiteres Risiko dar, da sie in den Verantwortungsbereich anderer Administratoren gelangen und unabhängig vom gesicherten Speicherbereich angegriffen werden können. Mit jedem Backup erhöht sich somit das Datenrisiko.

Risiken bei der Speicherung vertraulicher Daten auf lokalen Festplatten

Lokale Festplatten auf Computern bergen noch größere Risiken als Netzwerklaufwerke. Administratoren können über Fernwartungstools ebenso wie Servicetechniker auf diese Laufwerke zugreifen. Die meisten Computer gelangen zumindest gelegentlich in die Hände von internen oder externen IT-Kräften.
Auch das Löschen von Daten bei der Ausmusterung eines Computers bietet keine vollständige Sicherheit. Obwohl entsprechende Verfahren und Löschwerkzeuge existieren, findet eine Kontrolle über die Qualität und Vollständigkeit der Löschung meist nur minimal statt.
Die Sicherheit lokaler Laufwerke ist generell noch geringer als die von Netzwerklaufwerken, unter anderem weil Betriebssysteme wie Windows standardmäßig keine ausreichende Isolation bieten, die verhindert, dass Programme auf Daten außerhalb ihres eigenen Verzeichnisses zugreifen.

Zugriffssteuerung für vertrauliche Daten

Ein Werkzeug für das Geheimnis-Management (Secret Management) stellt sowohl die Sicherheit als auch die Kontrolle von Zugriffen sicher.

Grundregeln des Schutzes

  • Die Sicherheit liegt vollständig in den Händen der für die Daten verantwortlichen Person. Sie darf nicht von Dritteinflüssen abhängen, wie etwa von Administratoren oder dem Dienstanbieter.
  • Sie behalten jederzeit den vollständigen Überblick darüber, wer Zugriff auf die Daten hat – idealerweise inklusive einer lückenlosen Historie.
  • Berechtigungen können jederzeit entzogen werden.

Schutz von Geheimnissen in AyMINE und in AySafe

AyMINE nutzt zum Schutz vertraulicher Daten Datentresore, die sowohl die Verschlüsselung als auch die Zugriffssteuerung übernehmen. Der Zugriff auf ein Geheimnis muss explizit vom jeweiligen Verwalter genehmigt werden. Dieser kann die Daten wiederum nur Personen zugänglich machen, die über eine globale Freigabe verfügen. Ein Verwalter kann Daten somit nicht beliebig offenlegen.
Dies kann auch nicht versehentlich geschehen: Die Freischaltung eines Tresors erfordert eine persönliche Interaktion, wodurch das Fehlerrisiko auf ein Minimum reduziert wird (weitere Details siehe Beschreibung der Datentresore). Für die Verwahrung vertraulicher Daten kommen spezielle Tresore zum Einsatz, die für keinen anderen Zweck genutzt werden. Es ist daher ausgeschlossen, dass jemand versehentlich Zugriff auf Zugangsdaten erhält, weil ihm Zugriff auf andere vertrauliche Informationen gewährt wurde.

Verfügbarkeit von Zugangsdaten

Verknüpfung mit Datensätzen

AyMINE ermöglicht die Verknüpfung von Zugangsdaten mit einer Vielzahl anderer Datensätze, wie z. B.:

  • Arbeitsanweisungen und Business-Continuity-Plänen
  • Aufträgen und Kundenakten
  • Assets, z. B. Informationen zu Servern und externen Diensten

Zugangsdaten lassen sich dadurch sehr leicht auffinden – sie sind direkt an die relevanten Datensätze angehängt. Diese Verknüpfung beeinträchtigt jedoch in keiner Weise ihren Schutz: Ein Mitarbeiter, der Zugriff auf den Hauptdatensatz hat, erhält dadurch nicht automatisch Zugriff auf die verknüpften Zugangsdaten oder andere sensible Informationen. Besitzt er keine entsprechende Berechtigung, kann er nicht einmal erkennen, dass Zugangsdaten angehängt sind.

Zugriff auf die Daten

Der Zugriff auf vertrauliche Daten kann entweder direkt über die Hauptoberfläche (über den Menüpunkt Geheimnisse) oder aus der Detailansicht des jeweiligen Datensatzes erfolgen. Um Zugriff zu erhalten, müssen Sie stets zuvor Ihre Zugangs-Wallet entsperren; andernfalls ist kein Zugriff möglich.
Die Arbeit mit vertraulichen Daten ist ausschließlich auf vertrauenswürdigen Geräten gestattet. Ohne die Bestätigung, dass das Gerät verfügbar und verifiziert ist, bleiben die Daten stets unter Verschluss.