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Verwaltung von E-Mails und externen Nachrichten

Unternehmens-E-Mail ist keine private E-Mail

Die meisten Menschen betrachten ihre geschäftliche E-Mail-Adresse als persönliche Mailbox. So sollte es jedoch nicht sein. Die oben genannten Beispiele aus der Praxis zeigen nur einige der möglichen Risiken. In vielen Unternehmen ist E-Mail der einzige Kommunikationskanal – abgesehen vom Telefon, das jedoch einen anderen Zweck erfüllt.

Verarbeitung von Unternehmenspost, Poststelle. KI-Illustration

Damit E-Mails im Unternehmen korrekt funktionieren und kein Risiko darstellen:

  • Die Verarbeitung von E-Mails muss so eingerichtet werden, dass private und geschäftliche Nachrichten klar getrennt werden können.
  • Nachrichten sollten so ins Unternehmen gelangen, dass sie grundsätzlich nicht privat sind. Dort, wo tatsächlich private Nachrichten Teil der Arbeitsaufgaben sind, müssen sie entsprechend getrennt werden (siehe Empfehlungen weiter unten).
  • Interne und externe Kommunikation müssen vollständig voneinander getrennt sein. (Der internen Kommunikation widmen sich beispielsweise Seiten über Benachrichtigungen oder Diskussionen.)
  • Eine hochwertige Verarbeitung der Kommunikation mit der Außenwelt erfordert eine Anwendung, die speziell dafür entwickelt wurde. Übliche persönliche E-Mail-Programme (z. B. MS Outlook) sind dafür nicht geeignet.
Was sind die Prioritäten einer Unternehmens-E-Mail-Anwendung?

Die Wahrnehmung von E-Mail im Unternehmen korrigieren

Die überwiegende Mehrheit der externen Nachrichten, die eine Organisation empfängt oder versendet, sollte keinen privaten Charakter haben. Wenn Unternehmenskommunikation in privaten Postfächern verborgen wird, schadet das dem Unternehmen.

Ob E-Mails dem Vertrieb, der Erbringung von Dienstleistungen oder der Verarbeitung von Geschäftsprozessen dienen – sie sollten nicht privat sein.

  • Arbeit muss überprüfbar sein – auch wenn sie über E-Mails erfolgt.
  • Arbeit muss hinsichtlich Qualität und Quantität messbar sein.
  • Jedes Unternehmen sollte Vertretbarkeit und Austauschbarkeit von Mitarbeitern anstreben.

Wenn geschäftliche oder administrative Prozesse über private Nachrichten abgewickelt werden, lassen sich diese Ziele nicht erfüllen.

Externe Nachrichten sind nicht nur E-Mails

E-Mails sind die häufigste Form der Kommunikation, aber Kommunikationsaufzeichnungen entstehen auf verschiedene Weise. Ein System sollte diese kombinieren können. Neben E-Mails sind üblich:

  • Nachrichten über Webportale – z. B. B2B-Portale oder Reklamationsportale
  • SMS-Nachrichten
  • Aufzeichnungen von Telefonaten

Helpdesk-Systeme (einschließlich AyMINE) können solche Nachrichten kombinieren, und ähnliche Möglichkeiten sollten auch in anderen Geschäftsprozessen vorhanden sein.

Wie private Nachrichten getrennt werden können

Prioritäten für eine Unternehmens-E-Mail-Anwendung

E-Mail-Systeme, die externe Nachrichten empfangen, sollten so konzipiert sein, dass sie private Nachrichten (siehe nächster Abschnitt) klar von der üblichen Unternehmenskommunikation trennen. Für geschäftliche Kommunikation schafft das System in erster Linie eine gemeinsame Umgebung, sodass eine eingehende Nachricht von jedem bearbeitet werden kann, der für den Prozess zuständig ist.

Wenn Nachrichten grundsätzlich privat sind, erfährt niemand, dass eine Nachricht eingegangen ist, solange der Empfänger sie nicht teilt. Die meisten Menschen haben jedoch zahlreiche Nachrichten im Posteingang, sodass leicht eine übersehen wird. Wenn der Empfänger krank wird oder stark ausgelastet ist, verzögert sich die Bearbeitung.

Beispiele für schlechtes Nachrichtenmanagement

Kontrolle durch die Staatsanwaltschaft

Im Jahr 2025 wurde ein Staatsanwalt abberufen, weil er internationale Rechtshilfeersuchen nicht bearbeitete. Dadurch kamen Ermittlungen im Ausland zu Straftaten mit Bezug zu tschechischen Bürgern nicht voran. Die Staatsanwaltschaft hatte keine Kontrolle über unbearbeitete Nachrichten, wodurch Ermittlungen und Vermögenssicherstellungen zugunsten der Tschechischen Republik verzögert wurden.

Das Problem bestand über Jahre, weil bei E-Mail-Kommunikation keine Kontrolle vorhanden war und niemand feststellen konnte, dass die Arbeit nicht erledigt wurde.

Kontrolle im Vertrieb

Die Vertriebsabteilung eines Unternehmens bearbeitete Anfragen über eine einzelne Mitarbeiterin. Diese begann, ihre Aufgaben nicht mehr zuverlässig zu erledigen und antwortete auf einige Anfragen nicht. Das Unternehmen bemerkte das Problem praktisch zufällig erst nach ihrem Ausscheiden.

Während dieser Zeit verlor das Unternehmen Dutzende Aufträge, weil niemand auf die Anfragen reagierte.

Erst nach einem halben Jahr nahm das Unternehmen wieder Kontakt mit den Kunden auf. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Kunden ihre Aufträge jedoch längst bei anderen Anbietern platziert und zudem das Vertrauen in das Unternehmen verloren. Der Gesamtschaden belief sich auf Millionenbeträge.

Verletzung eines Projektmitarbeiters

Ein Mitarbeiter, der im Projekt mit dem Kunden kommunizierte, wurde verletzt und fiel unerwartet für zwei Monate aus. Da die gesamte Kommunikation über sein persönliches E-Mail-Postfach lief, hatte im Unternehmen niemand einen Überblick über den Stand des Projekts.

Der Mitarbeiter war sehr zuverlässig und außerdem Mitinhaber des Unternehmens, sodass das Projekt von niemand anderem kontinuierlich überwacht wurde.

Bevor der Mitarbeiter zurückkehrte, meldete sich der Kunde. Zunächst versuchte er, den verletzten Mitarbeiter direkt zu kontaktieren, später wandte er sich an das Unternehmen. Erst dann stellte man fest, dass ein Problem bestand.

Das Projekt geriet in Verzug, und dem Unternehmen drohten hohe Vertragsstrafen sowie ein Vertrauensverlust. Ein Teil der Strafe wurde vom Kunden aus Verständnis für die Situation nicht eingefordert, dennoch wurde die Glaubwürdigkeit des Unternehmens als verlässlicher Lieferant erheblich beeinträchtigt. Trotz der Kulanz des Kunden hatte der Vorfall deutliche wirtschaftliche und finanzielle Auswirkungen.

Das Hauptproblem war nicht fehlende Kontrolle – ohne den Unfall hätte der Mitinhaber seine Arbeit vermutlich weiterhin erfolgreich ausgeführt. Das eigentliche Problem bestand darin, dass für das Projekt keine Risikoregelung bezüglich des Teams existierte und die Projektkommunikation für niemand anderen zugänglich war.

Unternehmens-E-Mails und das Gesetz

Was das Gesetz über Unternehmens- und private E-Mails sagt

Zum Schutz von E-Mail-Nachrichten äußert sich im tschechischen Recht insbesondere das Gesetz Nr. 110/2019 Slg., das die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO/GDPR) umsetzt.

Weitere wichtige Gesetze sind das Gesetz Nr. 89/2012 Slg. (Bürgerliches Gesetzbuch) sowie das Gesetz Nr. 262/2006 Slg. (Arbeitsgesetzbuch).

Aus diesen Gesetzen ergibt sich, dass klar unterschieden werden muss, welche E-Mails an eine private Person und welche an das Unternehmen adressiert sind. Diese Unterscheidung muss nicht nur innerhalb des Unternehmens, sondern auch für die Absender eingehender Nachrichten erkennbar sein.

Rechtsauslegungen stimmen darin überein:

Eine E-Mail-Adresse in der Form <vorname>.<nachname>@<firma>.cz gilt als personenbezogenes Datum, und die an diese Adresse zugestellte Post gilt als private Korrespondenz.

Dazu ist zu beachten:

Wenn der Absender berechtigt annehmen kann, dass eine E-Mail-Adresse privat ist, muss seine Nachricht entsprechend behandelt werden.

Trennung privater und geschäftlicher Kommunikation

Die richtige Lösung für externe Unternehmenskommunikation

Persönliche Adressen einschränken

Die beste Lösung besteht darin, dass Mitarbeiter keine persönlichen Adressen für nicht-private Kommunikation verwenden.

  • Verwenden Sie Adressen, die keinen personenbezogenen Charakter haben. Übliche Formen sind z. B. jan.novak.vertrieb@firma.de, novak@vertrieb.firma.de (serverseitig manchmal komplexer) oder novak.vertrieb@firma.de.
  • Für Projekte sollten spezielle E-Mail-Adressen für die offizielle Kommunikation erstellt werden, z. B. is-zdt-2025@firma.de.

Ein weiterer Vorteil dieser Lösung ist die Reduzierung von Spam. E-Mail-Adressen lassen sich oft leicht ableiten – entweder durch Ausprobieren oder anhand des Musters anderer Mitarbeiter.

Von Mitarbeitern die Trennung privater E-Mails verlangen

Kennzeichnung von Nachrichten

Verwenden Sie im E-Mail-Programm eine Kennzeichnung für private Nachrichten. Je nach Rolle und Art der Kommunikation kann diese standardmäßig aktiviert oder deaktiviert sein. Grundsätzlich sollte sie jedoch möglichst deaktiviert bleiben.

Andernfalls kann im Fall der Abwesenheit eines Mitarbeiters niemand auf die Nachrichten zugreifen. Außerdem achten Menschen eher darauf, ihre Privatsphäre zu schützen, als Nachrichten aktiv zu teilen.

Gemeinsame Ordner

Das Teilen von Ordnern, in die Mitarbeiter E-Mails verschieben, ist eine einfache und häufig genutzte Lösung. Mit korrekt eingerichteten Regeln können E-Mails automatisch verschoben werden.

Das Hauptrisiko solcher Ordner besteht darin, dass den Nachrichten häufig Schutzmechanismen fehlen und die Pflege vernachlässigt wird. Es ist nicht ungewöhnlich, dass solche Ordner über 2 TB groß werden und sich niemand um das Aufräumen kümmert. Außerdem müssen Nachrichten im Ordner verbleiben, um geteilt zu sein – selbst wenn sie eigentlich an einen anderen Ort gehören würden.

E-Mail durch andere Kommunikation ersetzen

Die beste Lösung besteht häufig darin, E-Mail durch andere Kommunikationsformen zu ersetzen, beispielsweise:

  • Kunden- oder Lieferantenportale
  • Direkt integrierte Nachrichtenschnittstellen

Solche Verfahren sind bereits üblich:

  • Größere Unternehmen bieten oft nur noch Webformulare an.
  • Unternehmen betreiben Portale für Lieferanten und Kunden.
  • Für regelmäßige Kunden existieren Datenschnittstellen.

Steuerung der Nachrichtenbearbeitung

Solange E-Mails in persönlichen Postfächern verbleiben, können sie nicht mit anderen Datensätzen verbunden werden. Unternehmens-E-Mails beziehen sich jedoch meist auf konkrete Themen: Bestellungen, Aufträge, Projekte oder Probleme. Daher sollten Nachrichten direkt mit den entsprechenden Datensätzen verknüpft werden.

Verknüpfung der Nachricht mit dem betreffenden Vorgang

Nachrichten können direkt aus Datensätzen erstellt werden – etwa aus Bestellungen, Angeboten, Problemen oder Projektanforderungen. Die Nachricht bleibt beim jeweiligen Datensatz gespeichert, sodass langfristig nachvollziehbar ist, wie über das Thema kommuniziert wurde – sowohl von Ihnen selbst als auch von Kollegen, deren Aufgaben Sie übernommen haben.

Der wichtigste Vorteil ist eine schnelle und zuverlässige Recherche. Sie hängt nicht mehr von der Verfügbarkeit einzelner Personen ab, und der Umgang mit Kunden wird deutlich professioneller.

Automatische Erstellung von Nachrichten aus Vorlagen

Unternehmensnachrichten wiederholen sich häufig, daher sind Vorlagen ein wichtiges Hilfsmittel. Obwohl künstliche Intelligenz sie teilweise ersetzt, bleiben Vorlagen schneller, einfacher und kostengünstiger.

Im Gegensatz zu KI-generierten Texten wissen Sie bei Vorlagen genau, was Sie versenden, und müssen die Nachricht nicht vollständig prüfen. In eine Vorlage werden automatisch Daten aus zugehörigen Datensätzen eingefügt – etwa aus Bestellungen, Produkten oder Projekten.

Kontrolle der Bearbeitung

Ein Bearbeitungsprozess kann direkt an einer Nachricht gestartet werden. Wenn er direkt mit der Nachricht verbunden ist, lässt sich der Fortschritt deutlich einfacher überwachen. Zur Kontrolle dienen:

  • Zuweisung von Verantwortlichkeiten
  • Start eines Bearbeitungsprozesses
  • Zuordnung zum betreffenden Thema
  • Laufende Überwachung des Bearbeitungsstatus
  • Möglichkeit persönlicher oder gemeinsamer Notizen
  • Interne Diskussionen und Benachrichtigungen zur Nachricht

Benachrichtigungen erzeugen dabei keine zusätzlichen E-Mails, sondern erfolgen über interne Chatfunktionen.

Automatische Zuweisung von Nachrichten

Nachrichten, die an gemeinsame Adressen gesendet werden (z. B. bestellung@…), können anhand von Regeln automatisch Mitarbeitern zur Bearbeitung zugewiesen werden. So kann beispielsweise der Vertriebsmitarbeiter, der den Kunden betreut, die Nachricht automatisch erhalten.

Die Kommunikation direkt am Datensatz stellt sicher, dass Vereinbarungen und Inhalte jederzeit nachvollziehbar bleiben – selbst wenn ein Kollege im Urlaub ist oder das Unternehmen verlassen hat. Gleichzeitig bleibt die Privatsphäre seiner persönlichen Mailbox geschützt.

Alle Nachrichten werden über Gateways versendet, in denen die Verarbeitung konfiguriert wird. Jede gemeinsame oder private Adresse hat ein eigenes Gateway. Bei privaten E-Mails richtet der Benutzer die Verbindung selbst ein und gibt sein Passwort niemals weiter.

Kontrolle privater E-Mail im Unternehmen

Verwenden Sie E-Mail effizient

Beachten Sie einige grundlegende Prinzipien:

  • Verwenden Sie E-Mail ausschließlich für die Kommunikation mit der Außenwelt.
  • Leiten Sie E-Mails nicht innerhalb des Unternehmens weiter – dadurch verlieren Sie den Überblick über die Bearbeitung. Kommunizieren Sie intern über die systeminternen Funktionen zur jeweiligen Nachricht.
  • Verknüpfen Sie Nachrichten mit dem Web, aber versenden Sie vom Web keine unnötigen E-Mails
  • Für interne Kommunikation nutzen Sie Diskussionen, Benachrichtigungen oder Aufgaben.
  • Erstellen Sie Nachrichtenvorlagen, damit Mitarbeiter schnell und ohne grammatikalische Fehler kommunizieren können.
  • Richten Sie ein Kundenportal ein, damit Ihre Kunden die gesamte Kommunikationshistorie sehen können. Das spart viel Arbeit. Kunden müssen nicht mehr nach bereits gesendeten Informationen suchen, und Sie müssen nicht mehr rekonstruieren, worauf sie sich beziehen. In der Praxis kann dies mindestens 50 % der Kommunikationszeit einsparen. Das Kundenportal kann je nach Kundentyp unterschiedlich gestaltet sein – beispielsweise hier die Dokumentation zu einem B2B-Portal.